RÜCKBLICK – Satire-Gipfel mit Philipp Loser, Malarina & Reiner Kröhnert
Die beiden D-A-Ländern trafen sich zu einem kabarettistischen Gipfel im Oltner Stadttheater. Unter der Leitung von Moderator Philipp Loser standen Reiner Krönert (D) und Malarina (A) auf der Bühne, um Teile ihrer Programme zu zeigen und sich in einer Talk-Runde zur Lage der Nation(en) zu äussern. Die zwei Länder sind sehr unterschiedlich. Doch wenn man sich AfD und FPÖ ansieht, dann sind die Unterschiede vielleicht doch nicht so gross, wie Loser anmerkte.
Zur Schweizer Politik meinte Malarina im Talk: «Wenn ‘Die Mitte’ in der Mitte ist, dann ist man hier schnell links.» Und sie merkte zu ihrem Programm an, dass ihr aktuelle Kunstfigur reicher sei als die vom letzten Programm.
Reiner Krönert wiederum sah das generelle Problem bei den Schulden und lies Schuldenkönig Boris Becker zu Wort kommen: «Auf meinem Bankkonto herrscht Unterdruck. Wenn Geld in die Nähe kommt, wird es reingezogen. Das ist Physik.»
Wenn Reiner Krönert auf der Bühne ist, ist er nicht sich selbst, sondern eine seiner zahlreichen Figuren. Als Friedrich Merz meinte er: «Wir werden uns wieder für Krieg starkmachen. Das war schliesslich lange unsere Kernkompetenz.» Das merz’sche Ziel ist klar die «Ent-Merkelung» der CDU. Kaum in die Rolle der Angela Merkel gewechselt hiess das Motto wieder «Merz muss weg». Hat man eigentlich sein Staatsexamen schon überprüft…? In der Politik gilt eh «Feind, Todfeind, Parteifreund.»
Malarina, Österreicherin mit serbischen Wurzeln, sprach über Finanzen: «Reiche Leute sprechen nicht über Geld. Ausser reiche Jugos, die sprechen gern darüber». Sie war SPÖ-Wählerin, bis sie erste Einkommenssteuer ausfüllen musste: «Ich zahle Steuern. Ich weiss nicht, wie es ihnen geht, aber ich zahle sie nicht gerne». Daher ist sie auf der Suche nach jemandem, der ihr etwas vererben könnte. Das scheint lukrativer zu sein als zu arbeiten.
Text © Edy Müller
Foto © Remo Fröhlicher
















