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Uta Köbernick

Autor : OKT - Di, 03.03.2020

Uta Köbernick gewinnt Cornichon

Der Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2020 geht an Uta Köbernick. Sie wird damit für ihre subtil, witzige und zugleich kritisch, hinterfragende Arbeit geehrt.  

Uta Köbernick ist feinsinnig, musikalisch, witzig, arbeitet mit versponnen Wortspielen und wirkt trotzdem kritisch und hinterfragend. Sie beschreibt das so: Ich singe Widerständchen und sage Sachen! In einem Interview antwortet Uta Köbernick auf die Frage «was machst du eigentlich auf der Bühne»: Kleinkunst, Nahkunst, Kunst halt. Für dieses kabarettistische Schaffen verleiht die Gesellschaft Oltner Kabarett-Tage Uta Köbernick den Schweizer Kabarett-Preis Cornichon 2020.

1976 in Berlin geboren, macht Uta Köbernick die ersten musikalischen Gehversuche schon mit acht Jahren im Kinderchor. Mit 15 schreibt sie ihre ersten Geschichten. 2004 schliesst sie ihr Schauspielstudium in Zürich ab und beginnt beim Berliner Ensemble ihre Bühnenarbeit. 2007 geht sie mit ihrem ersten Soloprogramm «Sonnenscheinwelt» auf Tour. Mit diesem Programm verzaubert Uta Köbernick erstmals an den Kabarett-Tagen das Stadttheaterpublikum. Für dieses Programm erhielt sie den Förderpreis des Deutschen Kleinkunstpreises.

Es folgen weitere Programme, mit denen sie regelmässig auch an den Kabarett-Tagen auftritt: «auch nicht schlimmer: Uta Köbernick singt Rabenlieder» oder «Grund für Liebe – politisch, zärtlich, schön». Daneben spielt Uta Köbernick in verschiedenen anderen Produktionen – meistens im Zusammenspiel mit anderen Künstlerinnen und Künstlern – zum Beispiel mit Gunkl, mit Stephan Waghubinger, mit Manuel Stahlberger. Oder im satirischen Jahresrückblick «Bundesordner», im Liederabend «liederlich» oder auch in vielen Radio- und TV-Formaten wie «Die Anstalt» im ZDF, «Schlachthof» im BR, «Late Update» und Arosa Humorfestival bei TV SRF, «Früh-Stücke» oder «Lied des Tages» im Radio SRF und viele mehr.

Uta Köbernick gewinnt viele Preise, als letzten gewichtigen Preis den Salzburger Stier. Sie war auch nominiert für den Schweizer Kleinkunstpreis und erhält den Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Uta Köbernick jongliert mit den Wörtern, sie sucht immer das Doppelbödige. Sie braucht keine brachiale Kritik oder krachende Pointen. Ihre Gedanken fordern zum Nachdenken auf und das ist nicht immer ganz einfach. Sie verpackt vieles in Lieder und begleitet diese mit Gitarre und manchmal auch mit der Geige. So schreibt ein Journalist: «Oft steckt der Witz beim Publikum noch in den Hirnwindungen, wenn Uta Köbernick schon beim nächsten Thema ist.» Sie liebt es, Dinge einfach mal hinzustellen und das Publikum kann es dann von verschiedenen Seiten anschauen.

In letzter Zeit zieht es Uta Köbernick mehr und mehr zu politischen Themen. Ihr Engagement zu «Stuttgart 21», zum Geschäft mit dem Wasser oder generell zur Politik (z.B. mit dem Lied «alles Verbrecher) wird pointierter, unnachgiebiger.

Als Wahlschweizerin hat sie ein spezielles Verhältnis zu ihrer neuen Heimat. Sie formuliert das so: Es gefällt mir hier so gut, dass ich manchmal schweizerischer bin als die Schweizer.

An den Kabarett-Tagen 2020 spielt Uta Köbernick ihr neuestes Programm «Ich bin noch nicht fertig». Sie sagt dazu: «Wegschauen hilft leider nicht, da sieht’s nämlich nicht besser aus». Es ist eine frohe Drohung.

Zitate zu Uta Köbernick:
«Sag, wie leise muss sie werden, damit man sie hört» Bieler Tagblatt / 03.2019
«Der Auftritt ist zu Ende, das Nachdenken bleibt. Verbunden mit dem Wunsch, manche Passagen gleich noch mal zu hören, um ihrer Doppelbödigkeit auf den tiefsten Grund zu gehen.» Frankfurter Allgemeine / 02.2019
«Die Liedermacherin Uta Köbernick stellt eine Diagnose unserer schizophrenen Zeit – ohne Moralin.» Luzerner Zeitung / 09.2015

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